Auch Liköre sind Spirituosen. Sie werden gesüsst, mit Farb- und Duftstoffen sowie Geschmacksstoffen versetzt. Die Likörherstellung hat eine lange Tradition. Mönche und Mediziner waren die ersten, welche bei der Suche nach Heilmitteln diese herstellten.
Ihr Alkoholgehalt bewegt sich zwischen 20% und 35% Vol.-Alkoholgehalt. Mindestens sind jedoch 15% vorgeschrieben, damit dieser als Likör bezeichnet werden darf. In Deutschland werden etwa 140 Mio. Liter Likör pro Jahr verkauft.
Geschichte
Aus dem lateinischen "Liquor", was für Flüssigkeit steht, leitet sich der Name Likör ab.
Bereits im 13. Jahrhundert versuchte der Arzt Dr. Arnoldus de Villa No-vanus, ein Katalane, Branntwein mit Zusätzen wie Kräutern, Pflanzen und Honig herzustellen.
Eine Vorreiterrolle in der industriellen Likörherstellung nimmt die auch heute noch weltbekannte Firma von Lucas Bols, welcher bei Amsterdam mit der Produktion begann, ein.
Erzeugung
Die Grundlage für die Likörerzeugung ist das bereits fertige Destillat.
Bei edlen Produkten wird Edelbranntwein verwendet, also zum Beispiel Cognac, Whiskey, Rum oder Tequila.
Im Gegensatz dazu wird bei Tafellikören Neutralalkohol zur Herstellung verwendet. Dabei dürfen auch Farbstoffe und künstliche Essenzen eingesetzt werden.
Es werden bei der Herstellung vier verschiedene Produktionsverfahren angewendet.
Die erste ist die Infusions- oder Destillationsmethode. Der Fachbegriff dafür lautet "Mazeration". Kräuter, Früchte oder Blätter werden dazu in Alkohol so lange eingelegt, bis die Aromen und Farbstoffe der Zutaten vom Destillat aufgenommen werden. Danach erfolgt eine erneute Destillation, was die Aromen und den Geschmack verfeinert und intensiviert.
Bei der Perkulations- oder auch Filtriermethode genannten zweiten Vorgehensweise, werden die zerkleinerten Blätter, Gewürze, Kräuter oder Früchte auf ein Sieb gelegt.
Die Alkholdämpfe steigen und nehmen die Aromastoffe auf. Sie kondensieren danach wieder und verflüssigen sich zum fertigen Produkt.
Wenn Liköre als Grundzutaten Eier, Milch, oder Sahne enthalten, wird die Emulsionsmethode eingesetzt. Diese Zutaten müssen mit diesem Verfahren homogenisiert werden.
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