An Weihnachten darf er nicht fehlen: Der Glühwein. Oft als Grog bezeichnet, wird er vor allen Dingen auf dem beliebten Weihnachtsmarkt angeboten, kann mittlerweile aber genauso im Handel gekauft und zu Hause schnell heiß gemacht werden.
Erste Vorläufer des heute so bekannten Glühweins gab es im Übrigen bereits in der Antike. Hier wurde der Conditum Paradoxum getrunken, ein Würzwein von den Römern, der mit Honig eingekocht und mit verschiedenen Gewürzen, wie Datteln, Safran und Pfeffer versetzt wurde. Im Mittelalter wurden die Würzweine eher kalt getrunken, bekanntester Vertreter war zu dieser Zeit der Hypocras, ein Würzwein, der mit Zucker eingekocht und mit zahlreichen Gewürzen angereichert wurde. Damals wurde diesem Würzwein gar eine medizinische Wirkung nachgesagt. Da die Gewürze allerdings sehr teuer waren, wurde der Hypocras lediglich an den Höfen der Könige und Adligen getrunken.
Herstellung von Glühwein
Für die Herstellung von Glühwein braucht es eigentlich nicht viel. Je nach Geschmack können rote oder weiße Weine verwendet werden, allerdings sind in Deutschland die roten Weine deutlich beliebter. In Italien setzt man hingegen eher auf Weißwein. In Österreich sind beide Varianten üblich und aus den Regionen Hessens und Unterfrankens stammt die Variante, den Glühwein mit Apfelwein zuzubereiten.
Die Weine werden mit den unterschiedlichsten Gewürzen angereichert. Typischerweise verwendet man Zimt, Zitronenschalen, Sternanis und Gewürznelken. Gemeinsam werden Wein und Gewürze erhitzt und danach gesüßt, je nach Geschmack stärker oder schwächer. Wichtig ist allerdings, dass Glühwein nie über 80 Grad Celsius erhitzt werden darf. Ab dieser Temperatur verdampft nämlich der enthaltene Alkohol. Außerdem entsteht ein Abbauprodukt von Zucker, das unter Verdacht steht, Krebs zu erregen.
Die meisten der im Handel erhältlichen Glühweine, die in Pappkartons oder großen Flaschen angeboten werden, entstehen in der industriellen Fertigung. Hierfür werden oftmals qualitativ geringwertige Weine als Grundlage genutzt. Um deren Geschmack zu übertünchen, werden diese Glühweine sehr stark gesüßt. Bessere Glühweine erhalten Sie hingegen, wenn Sie sich selbst einmal daran versuchen.
Auch einen Kinderglühwein finden Sie regelmäßig auf dem Weihnachtsmarkt. Hierbei handelt es sich um Fruchtsäfte, die mit verschiedenen Aromen versetzt und gesüßt wurden. Sie enthalten also keinerlei Alkohol, wohingegen beim echten Glühwein ein Alkoholgehalt von mindestens 7 % vol. vorliegen muss.
Rezept für Glühwein
Wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und selbst einmal einen Glühwein zubereiten wollen, dann versuchen Sie sich doch einmal an diesem Rezept.
Zutaten:
100 Gramm Zucker
250 Milliliter kochendes Wasser
2 Apfelsinen
1 Flasche Rotwein
Zubereitung:
Zunächst reiben Sie etwas von der Schale der Apfelsinen dünn ab. Danach pressen Sie die Früchte aus, behalten Sie aber vier Apfelsinenscheiben zurück. Den Saft brauchen Sie später. Der Zucker wird jetzt in kochendem Wasser aufgelöst. Danach geben Sie die restlichen Zutaten hinzu. Die Apfelsinenschalen fischen Sie nach kurzem Ziehen wieder aus dem Glühwein heraus und geben den erwärmten Rotwein dazu. Das Ganze können Sie sofort auf Gläser verteilen und mit den Apfelsinenscheiben garnieren.
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