Der Anis gehört ebenfalls zu den bekannten Weihnachtsgewürzen, neben dem Backen von Plätzchen dient er aber auch zur Herstellung des Schnapses Ouzo. Dafür werden, genau wie für das Gewürz die Früchte verwendet, die einen süßlichen Geschmack aufweisen. Ursprünglich stammt Anis aus Asien, sowie den südöstlichen Ländern des Mittelmeeres. In Europa, insbesondere in Deutschland wird er gerne im Garten angepflanzt.
Die Pflanze
Wie bereits erwähnt, fühlt sich die Pflanze eigentlich in Asien und rund ums Mittelmeer wohl. Bereits vor Hunderten von Jahren wurde sie jedoch nach Europa gebracht, damals durch die Nonnen und Mönche. Angebaut wurde der Anis ursprünglich dann auch in zahlreichen Klostergärten.
Es handelt sich beim Anis um eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von bis zu 50 Zentimeter erreicht. Die Blätter verändern ihre Form, je höher sie an der Pflanze stehen. Sind sie ganz unten noch dreilappig, werden sie in der Mitte gefiedert und ganz oben sind sie nur noch schmal gelappt. Weiße Dolden bilden sich dann im Juli und August. Aus diesen entstehen auch die eiförmigen Früchte.
Die Verwendung von Anis
In der Küche findet sich Anis vor allen Dingen in Backwaren, sowie im Brot. Aber genauso wird die Frucht für allerlei Spirituosen verwendet, so etwa für Sambuca, Ouzo, Absinth und viele weitere alkoholische Getränke. Allerdings ist Anis nicht so ertragreich, wie beispielsweise Sternanis. Da der Sternanis einen ähnlichen Geschmack hat, aber einfacher zu produzieren ist, wird er zunehmend häufiger bei der Schnapsherstellung eingesetzt. Beide Varianten sind jedoch nicht miteinander verwandt.
Neben der Schnapsherstellung ist Anis aufgrund des süßlichen Geschmacks, der auch bei Kindern äußerst beliebt ist, für die Herstellung von Plätzchen und Bonbons besonders wichtig. Die weit bekannten Anis de Flavigny Bonbons entstehen in Frankreich. In Süddeutschland und Österreich werden kleine Plätzchen mit Anis gebacken, sie werden als Springerle oder Anisbrötchen bezeichnet.
Anis und die Geschichte
Geschichtlich hat die Frucht ebenfalls einiges zu bieten. Ausgrabungen zeigten, dass Anis von den Kretern bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. genutzt wurde. Damals wurden vor allem die Weine damit gewürzt. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde bereits Handel mit Anis betrieben, welches als wichtiger Bestandteil verschiedener Duftöle bekannt war. Um 550 v. Chr. soll es Anisbrot gegeben haben. Als die Römer dann an die Macht gelangten, wurde Anis vermehrt in den Backstuben eingesetzt, zum Würzen von feinen Kuchen und Keksen. Selbst im Kolosseum wurden Anisfrüchte entdeckt, die vermutlich die Zuschauer der Gladiatorenkämpfe verloren haben.
Anis als Heilmittel
Ebenfalls wird aus Anisfrüchten das so genannte Anisöl gewonnen. Es weist eine schleimlösende Wirkung auf und wird insbesondere Kindern gerne als Hustenmittel gereicht. Genauso kann Anis gegen Krämpfe und Blähungen helfen, stillenden Müttern hilft es, mehr Milch zu produzieren. Meist wird Anis dabei in Teemischungen verarbeitet, zumal sich bei Kräutermischungen eine besondere Note, die ins Süßliche geht, ergibt.
Nach wie vor gilt Anis auch als ein Aphrodisiakum. Ebenfalls wurden Aniskringel einst als Opferspeisen angesehen. Diese wurden in süßes Bier oder in Met gegeben. Die Braut gab den bevorzugten Gästen ihrer Hochzeit nach der Trauung jeweils einen Löffel süßen Biers mit hinein gebröckelten Aniskringeln.
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