Natürlich darf die Gewürznelke in der Weihnachtsbäckerei nicht fehlen. Sie verleiht Plätzchen und anderen Speisen nicht nur einen einzigartigen Geschmack, sondern hat zudem zahlreiche Wirkungen, die für die Gesundheit sehr förderlich sind. Doch nicht nur die Geschmacksstoffe der Gewürznelke werden zu Recht als interessant beschrieben, genauso hat die Geschichte einige wesentliche Details zu bieten, die noch recht wenig bekannt sind.
Die Geschichte
Ursprünglich stammt die Gewürznelke, die oft auch einfacher als Nelke bezeichnet wird, von den Molukken Inseln. In China wurden die Nelken schon mehrere Jahrhunderte v. Chr. genutzt. Später gelangten sie vermutlich über die Seidenstraße auch nach Europa. Etwa um 700 n Chr. waren die Gewürznelken erstmals in Europa erwähnt worden und die Portugiesen und Holländer nahmen sie sofort in Beschlag. Bis ins 17. Jahrhundert hinein besaßen diese Völker das Monopol am Handel mit Gewürznelken, der im Übrigen sehr gewinnbringend war.
Danach jedoch breiteten sich die Bäume aus, an denen die Gewürznelken wachsen. Sie wurden auch in Sansibar, Madagaskar und Westindien angebaut, so dass die Holländer und Portugiesen ihr Monopol aufgeben mussten.
Verwendete Pflanzenteile
Als Nelke wird die Blüte des Gewürznelkenbaumes bezeichnet, die noch verschlossen ist. Sie kann bis zu zwei Mal pro Jahr geerntet werden und wird dann getrocknet. Ein Gewürznelkenbaum bringt pro Ernte etwa 25 Kilogramm Ertrag. Doch nach Deutschland gelangen nur wenige dieser Nelken, denn gut 50 Prozent der weltweit kultivierten und geernteten Gewürznelken werden in Indonesien verbraucht. Lediglich in der Weihnachtszeit finden sie auch hierzulande vermehrten Absatz.
Die Heilwirkungen
Natürlich bestanden einst genauso einige Legenden, die sich um die Wirkungen der Nelken rankten. Unter anderem sollten drei Nelken als wahres Potenzmittel dienen, was sich jedoch nicht bewahrheiten konnte. Auch eine besondere Hitze wurde den Nelken einst nachgesagt, so dass das Wasser eines ganzen Fasses in nur zwei Tagen verdunsten sollte, sobald sich Nelken darin befanden. Natürlich hat sich ebenfalls diese Legenden nicht bewahrheitet.
Wohl aber verfügen die Nelken über ein ätherisches Öl. Dieses weist eine antiseptische Wirkung auf und wird deshalb besonders häufig in der Zahnheilkunde eingesetzt. Bereits bei den Chinesen wurden Nelken gegen Zahnschmerzen gekaut und dieses Wissen wurde Jahrhunderte später wieder aufgenommen. Neben der Linderung von Zahnschmerzen sollten die Gewürznelken aber auch für frischen Atem sorgen. Ein Tee, der aus Gewürznelken zubereitet wird, kann zudem gegen Erbrechen und Übelkeit helfen.
Die Nelke als Gewürz
Als Gewürz sind Nelken nahezu universell einsetzbar. Sie werden für die Zubereitung von Gemüse, wie dem Rotkohl genutzt, genauso zum Einmachen und für Aal oder Schinken. Wild kann mit Gewürznelken besonders verfeinert werden. Mit einem Lorbeerblatt werden Nelken auf eine Zwiebel gespickt und zu Marinaden verarbeitet. Weiterhin kommen Nelken bei Fleischbrühe, Wurst, Obst und Schweinefleisch zum Einsatz. Sogar die Bratwurst kommt nur selten ohne Nelken aus, genauso wie das typische Currygewürz, welches Nelken beinhaltet.
In der Weihnachtszeit kommen Gewürznelken vor allem bei Glühwein und bei verschiedenen Gebäckstücken, wie etwa dem Lebkuchen zum Einsatz. Ein Bratapfel erhält seinen vollendeten Geschmack ebenfalls durch Nelken.
Weiterhin kann das Nelkenöl verwendet werden. Es wird bei der Herstellung von Likören genutzt, für Fertigsoßen und Ketchup. Genauso kommt es in der Parfümindustrie zum Einsatz, als Antiseptika oder als Bestandteil von Zahnpasta.
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