Von größter Bedeutung in der Weihnachtsbäckerei ist auch die Vanille, denken Sie nur an die herrlich duftenden und schmeckenden Vanillekipferl. Ohne die feine Süße der Vanille wären diese Gebäckstücke nicht einmal ansatzweise so lecker. Doch wussten Sie schon, dass die Vanilleschote aus einer Orchidee entsteht?
Herkunft und Entwicklung von Vanille
Die Schoten der Vanille werden aus einer kletternden Orchidee gewonnen, deren Ursprung in Amerika, genauer den tropischen Teilen des Kontinents, zu suchen ist. Einst waren Vanille und Kakaobohne eine einzige Einheit. Die Vanille wurde dem bitteren Kakao zugegeben, um bei diesem einen besseren Geschmack zu erhalten. Obwohl die Vanille und ihr Geschmack im Kakao bereits bekannt waren, dauerte es noch weitere 100 Jahre, bis die Menschen herausfanden, dass mit Vanille auch Süßspeisen angenehm gewürzt werden konnten.
Das einzigartige Aroma der Vanille entsteht jedoch erst dadurch, dass sie fermentiert wird. Die Fermentation wird durch das abwechselnde Dämpfen und Trocknen der Schoten erreicht, früher auch durch die natürliche Reifung der Schoten. Sehr gute Vanilleschoten erkennen Sie übrigens daran, dass sie auf der Oberfläche mit Vanillinkristallen ausgestattet sind.
Die Vanille wurde übrigens schon bei den Indianern genutzt. Damals wurde sie als Gewürz und als Medizin eingesetzt. Bei den Azteken und den Tolteken wurde hingegen die Schokolade mit Vanille gewürzt. Es handelte sich bei ihnen jedoch um ein Getränk, welches aus Kakao und weiteren Zutaten entstand. Dieses wurde mit fein geschnittenen Vanilleschoten geschmacklich aufgebessert.
Die Arten der Vanille
Im Handel finden Sie häufig die Bourbon Vanille. Sie hat ihren Namen durch das Fermentierungsverfahren erhalten, welches mittels Wasserdampf oder Heißwasser durchgeführt wird.
Neben den reinen Vanilleschoten können Sie auch Vanillezucker und Vanillinzucker kaufen. Vanillezucker entsteht aus einfachem Zucker, der mit echten Vanillestückchen verfeinert wurde. Der Vanillinzucker hingegen basiert auf dem synthetisch hergestellten Vanillin, dem Aroma der Vanille. Seit 1874 ist es bereits bekannt und wird aus verschiedenen Stoffen hergestellt, darunter auch Teer. Allerdings kann das Vanillin den echten Vanillegeschmack bei weitem nicht erreichen, weshalb Sie nach Möglichkeit nur auf echte Vanille oder wenigstens Vanillezucker zurückgreifen sollten.
Verwendung der Vanille
Bei den Indianern wurde die Vanille als Medizin genutzt. Hier sagte man ihr eine stärkende Wirkung auf das Herz nach. Außerdem sollte sie Angstzustände bekämpfen und gegen Ermüdungserscheinungen hilfreich sein. In Verbindung mit Kakao konnte Vanille sogar die Stimmung der Menschen deutlich heben. Lange Zeit nutzte man die Vanille sogar als Aphrodisiakum für Männer und Frauen gleichermaßen.
Heute wird Vanille hingegen hauptsächlich als Gewürz verwendet. Es können Schokolade, Süßspeisen, Eierspeisen und Pudding damit verfeinert werden. Weiterhin eignet sich die Vanille für Cremes, Kuchen und Gebäck, sowie für Bonbons. Im Punsch, der traditionell in der Weihnachtszeit serviert wird, darf Vanille ebenfalls nicht fehlen.
Die Pflanze
Die Orchidee, von der die Vanille stammt, wird derzeit vermehrt als Zimmerpflanze angeboten. Sie ist recht pflegeleicht und kann im Sommer sogar im Freien stehen, allerdings sollte hierbei ein schattiges Plätzchen gewählt werden.
Da die Pflanze die tropischen Witterungsbedingungen gewohnt ist, benötigt sie viel Luftfeuchtigkeit. Sie sollte von daher des Öfteren besprüht werden. Wer sich die Orchidee jedoch als Zierpflanze mit wunderschönen Blüten wünscht, der sollte auf andere Orchideenarten zurückgreifen, denn die Pflanze, aus der Vanille entsteht, wird hierzulande kaum bis zur Blüte gelangen.
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Die "Wiege" der Vanille liegt im mexikanischen Bundesstaat Veracruz, wo sie auch heute noch von der indigenen Bevölkerung, den "Totonaken" angebaut wird - allerdings in viel kleineren Mengen als auf Madagaskar oder in Tahiti, woher die heutzutage bekanntere "Bourbon Vanille" kommt (Quelle: www.vanille-info.de).