Rotkohl – aber bitte mit Äpfeln
Die klassische Gemüsebeilage zum deftigen Gänsebraten an Weihnachten ist der Rotkohl, der auch als Rotkraut oder Blaukraut bezeichnet wird, da er seine Farbe je nach Zubereitungsart verändert. Diese Kohlsorte wächst auf dem Beet zu einem runden Kohlkopf heran und ist mit Blättern ausgestattet, die eng aneinander liegen. Im rohen Zustand ist der Rotkohl jedoch eher violett, denn rot eingefärbt. Die Farbe kann sich aber schon bei dem rohen Gemüse verändern, verantwortlich dafür ist der pH-Wert des Bodens, auf dem der Kohl wächst.
Damit der Rotkohl auch im eigenen Garten gut wächst und gedeiht, sollten Sie den Boden stets gut düngen und mit ausreichend Feuchtigkeit versehen. Der Rotkohl gehört ebenfalls zu den Wintergemüse-Sorten. Gesät wird er im Frühjahr, die Ernte erfolgt im Spätherbst. Das erklärt vermutlich auch, warum der Rotkohl so gerne zur Weihnachtsgans gereicht wird.
Bestandteile des Rotkohls
Der Rotkohl gehört zu den Gemüse-Sorten, die besonders reich an Eisen und Mineralstoffen sind. Auch Zucker, Senföle und Anthocyanen sind enthalten. Bei letzteren handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der jedoch auch wirksam gegen freie Radikale ist und der Stärkung des Immunsystems dient. Ebenfalls kann dieser Stoff Entzündungen hemmen.
Wichtig ist auch der hohe Gehalt an Ballaststoffen im Rotkohl, dafür aber ein umso geringerer Kaloriengehalt. Zusätzlich enthält Rotkohl Ascorbin, einen Stoff, der sich beim Erhitzen in Vitamin C umwandelt. Allerdings darf der Rotkohl nicht zu lange gekocht werden, da die Vitamine dann zerstört werden. Sinnvoll ist deshalb hin und wieder das Essen von Rotkohl als Rohkost.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf des Rotkohls ist zu beachten, dass die Blätter fest und matt glänzend sind, das ist ein Zeichen von Frische. Bei der Wahl des Rotkohls kommt es immer auf die Jahreszeit an. In den Monaten Mai bis Juni ist der Frühkohl im Angebot, der mittelfrühe Kohl wird von Juli bis Oktober angeboten und in den letzten beiden Monaten des Jahres sind die späten Sorten im Handel erhältlich. Somit stellt sich die Frage, ob zum Weihnachtsessen eher frischer Rotkohl oder Rotkohl aus dem Glas gereicht werden soll.
Auch bei der Lagerung ist der Rotkohl sehr anwenderfreundlich. Im Kühlschrank hält er sich bis zu 14 Tagen. Ist er bereits aufgeschnitten, sollte der verbleibende Rotkohl allerdings in Frischhaltefolie gewickelt werden.
Zubereitungsvarianten
Bei der Zubereitung des Rotkohls gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. So kann er als Salat dienen, wo die kräftigen, knackig frischen Blätter für den gewissen Biss sorgen. Genauso eignet er sich als gekochte Gemüsebeilage, wie er klassisch zur Weihnachtsgans gereicht wird. Um den einzigartigen Geschmack des Rotkohls zu erhalten, gehören auf jeden Fall kleine Apfelstückchen in das Gemüse und ebenfalls Gewürznelken. Lorbeerblätter und Muskat runden den aromatischen Geschmack noch weiter ab.
Wer in Norddeutschland wohnt, wird den Rotkohl jedoch eher mit Essig und Wein zubereiten. Hierbei erhält der Rotkohl seine typische rote Farbe. Aber genauso kann er mit Zucker oder Natron bereitet werden, wie es vor allen Dingen in Schwaben, Bayern oder Franken der Fall ist. Hier erhält der Rotkohl eine violette Farbe, die teilweise schon in ein sattes Blau hinein reicht.
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